Herzlich willkommen zu unserem Juli-Newsletter!
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Liebe RETRO-AKTIV-Freunde,
die ersten richtig heißen Tage sind überstanden und mit der Abkühlung kommt die Juli-Ausgabe unseres RETRO-AKTIV Newsletters. Diesmal voll bestückt, inklusive neu erscheinender Retro-Hardware.
Wir wünschen euch wieder viel Spaß beim Lesen – los gehts! |
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Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars (1996, Super Nintendo)
Mit Super Mario RPG wagte Nintendo in Kooperation mit Square den Sprung ins Genre der Rollenspiele und schuf einen ungewöhnlichen Hybrid aus rundenbasierten Kämpfen, Plattform-Elementen und humorvoll erzählter Geschichte. Der Titel setzte auf eine isometrische Grafik, animierte Zwischensequenzen und ein aktives Kampfsystem, das klassische RPG-Mechanik mit Timing-Elementen verband.


Als eines der letzten großen SNES-Spiele markierte Super Mario RPG nicht nur den Übergang zur 3D‑Ära, sondern auch den Startpunkt für spätere Serien wie Paper Mario. Bis heute gilt der Titel als gelungene Verbindung zweier Spielwelten und als ein Beispiel dafür, wie mutige Crossover auch auf technisch limitierten Systemen funktionieren konnten. |
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30 Jahre Command & Conquer (1995, MS-DOS)
Mit dem ersten Command & Conquer gelang den Westwood Studios ein echter Meilenstein der Echtzeitstrategie. 1995 veröffentlicht, setzte das Spiel auf schnelle Gefechte, Ressourcenmanagement und die damals neue Möglichkeit, über Modem oder Netzwerk gegeneinander anzutreten. Die markanten Videosequenzen, die Gegensätze von GDI und Nod und der Soundtrack von Frank Klepacki trugen zur Eigenständigkeit der Serie bei.


C&C prägte eine Generation von PC-Spielern – sowohl technisch als auch kulturell. Die klar erkennbare Benutzeroberfläche, die Möglichkeit zur Basisverteidigung und der Fokus auf Tempo statt auf Simulationskomplexität machten das Spiel zugänglich und gleichzeitig herausfordernd. |
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…der Commodore 64 bereits 1985 mit einem offiziellen Modem ausgestattet werden konnte?
Mit dem Commodore Modem/300 (Model 1660) veröffentlichte Commodore ein 300‑Baud‑Modem, das den C64 in die Welt der Online-Kommunikation brachte – lange vor dem Durchbruch des Internets. In sogenannten Mailbox-Systemen (BBS) konnten Benutzer Texte austauschen, Nachrichten hinterlassen oder Programme und Spiele herunterladen.

(Foto: pagetable.com)
Diese frühe Form digitaler Vernetzung wurde häufig in Eigenregie betrieben. Viele Mailbox-Betreiber schrieben ihre Systeme selbst oder modifizierten bestehende Software. Die Szene war klein, aber engagiert und sie markiert den Anfang einer Community-Kultur, wie sie später im Usenet oder auf Webforen weiterlebte. |
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Tom Kalinske – ehemaliger CEO von Sega of America
Tom Kalinske prägte in den frühen 1990er-Jahren maßgeblich den Aufstieg von Sega in westlichen Märkten. Als Geschäftsführer von Sega of America forcierte er aggressive Marketing-Kampagnen, den Fokus auf Third-Party-Titel und einen deutlich jüngeren Markenauftritt. Unter seiner Führung wurde der Mega Drive (Genesis) zur ernsthaften Konkurrenz für das SNES – insbesondere in Nordamerika.

(Foto: Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0)
Kalinske verließ Sega im September 1996, nachdem sich bereits früh in der Saturn-Ära deutliche Spannungen mit der japanischen Konzernzentrale abgezeichnet hatten. Er hielt den Saturn für einen strategischen Fehler und traute der Hardware keinen Erfolg zu – was sich später bestätigte. Als Silicon Graphics Sega of America vor Nintendo den eigenen Grafikchip anbot, erkannte Kalinske sofort das Potenzial, doch Sega Japan lehnte ab. Auch seine Bemühungen, mit dem 32X eine Brücke zwischen Genesis und Saturn zu schlagen, stießen in Tokio auf Ablehnung. Letztlich war Kalinske zunehmend entmachtet – seine Visionen wurden blockiert, sein Einfluss beschnitten. Frustriert über den Kurs, den Sega einschlug, zog er schließlich die Konsequenzen.
Nach seiner Zeit bei Sega wechselte Kalinske in die Bildungs- und Technologieszene, unter anderem als CEO von LeapFrog. Heute ist er als Berater tätig und tritt in Dokumentationen und Interviews zur Geschichte der Videospielbranche auf, zuletzt etwa in Console Wars. |
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Hardware des Monats: Atari 800XL (1983)
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Der Atari 800XL war ein Highlight der 8‑Bit‑Heimcomputer-Ära und vereinte schon Anfang der 1980er Jahre starke Grafikfähigkeiten, solide Erweiterbarkeit und eine komfortable Tastatur in einem kompakten Gehäuse.

(Foto: Evan-Amos, CC BY-SA 3.0)
Mit 64 KB RAM, den Grafikchips ANTIC und GTIA sowie dem vielseitigen POKEY-Chip bot er technische Möglichkeiten, die in vielen Bereichen über dem lagen, was vergleichbare Systeme leisteten – etwa durch fein steuerbare Grafikmodi, sauberes Hardware-Scrolling und eine überzeugende Farbdarstellung.
Spiele wie Rescue on Fractalus, Koronis Rift, The Eidolon, Ballblazer oder Draconus zeigen eindrucksvoll, was aus der Hardware herauszuholen war – insbesondere bei Animation, Effekten und dynamischer Darstellung.
Ein besonderes Merkmal war der serielle SIO-Anschluss: Er erinnerte in seiner Grundidee nicht nur an den späteren USB-Standard – nicht zuletzt deshalb, weil einer der Köpfe hinter SIO, Joe Decuir, später auch an USB mitarbeitete – sondern unterstützte bereits ab 1979 viele Funktionen, die später unter dem Begriff Plug & Play bekannt wurden: Gerätekommunikation über ein einheitliches Protokoll, serielle Verkettung und integrierte Gerätesteuerung.
Auch heute lebt der 800XL weiter: Durch Erweiterungen wie SIO2SD, FujiNet oder VBXE wird das System aktiv weiterentwickelt und bleibt ein faszinierendes Beispiel für die Innovationsfreude der frühen Heimcomputer-Ära. |
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MiSTer Multisystem 2

(Foto: Heber Ltd.)
Mit dem MiSTer MultiSystem 2 erscheint die Neuauflage der FPGA-Spielkonsole von Heber Ltd. Wie schon der Vorgänger basiert sie auf dem MiSTer-Projekt und ist somit mit sämtlichen Cores kompatibel. Mit dem MultiSystem 2 erhaltet ihr diesmal ein All‑in‑one‑System: Alle Komponenten inklusive FPGA, SDRAM und Stromversorgung sind auf einem eigens entwickelten Mainboard integriert. Es wird also kein schwer zu besorgendes DE10-Nano-Board mehr benötigt.
Auch in Sachen SNAC-Unterstützung gibt es eine clevere Neuerung: Statt auf externe USB-Adapter zu setzen, nutzt das System nun austauschbare Erweiterungs-Cartridges, die wie klassische Spielmodule direkt von oben in die Konsole eingesteckt werden. Dadurch lassen sich Originalcontroller, Lightguns und andere Spezialperipherie latenzfrei nutzen.
Weitere Unterschiede zum Vorgänger sind Details wie eine Netzwerkbuchse, eine Auswahl hochwertiger Bauteile sowie Überspannungs-, Überstrom- und Hitzeschutz. Auch in Sachen Erweiterbarkeit lässt die Konsole keine Wünsche offen: Neben den erwähnten SNAC-Cartridges gibt es Unterstützung für eine SSD, sowie Zaparoo-NFC. Angeboten wird u. a. auch ein externer Hub im selben Gehäusedesign, das sich stapeln lässt.
Das MiSTer Multisystem 2 ist in zwei Ausführungen erhältlich: Die günstigere Digitalversion verzichtet lediglich auf die analogen Videoausgänge.
Aktuell kann die Konsole direkt beim Hersteller vorbestellt werden. Am 10. August soll sie erscheinen. Preise: umgerechnet ab 235€ (inkl. Steuern) für die Digitalvariante. |
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Der C64 ist wieder da: Commodore 64 Ultimate - eine offizielle C64-Neuauflage mit FPGA-Technik

(Foto: Commodore International Corp.)
Mit dem C64 Ultimate kommt der Brotkasten ganze 14 Jahre nach dem eher nischigen Comeback-Versuch C64x aus dem Jahr 2011 erneut unter dem Namen Commodore zurück. Diesmal will man es besser machen: Ein neuer Markeninhaber samt eindrucksvollem Team stehen hinter dem Projekt.
Doch kurz zur Vorgeschichte: Nachdem YouTuber Christian Simpson (aka Retro Recipes) bei der Commodore Corporation B.V. eine Lizenz zur Nutzung des Namens angefragt hatte, wurden ihm überraschend die gesamten Markenrechte zum Kauf angeboten. Er schaffte es nicht nur, Investoren an Bord zu holen, sondern stellte auch ein beeindruckendes Team aus Commodore-Veteranen zusammen:
Bil Herd (Commodore-Chefingenieur 1982-1986), Albert Charpentier (Commodore VP Technology 1979-1984), Michael Tomczyk (Assistent von Präsident Jack Tramiel 1980-1984) und David Pleasance (Commodore UK VP 1983-1994).
Nur wenige Tage nach der Übernahme kündigte Simpson den Commodore 64 Ultimate an. Dabei handelt es sich nicht nur um die bekannte FPGA-Platine von Gideon Zweijtzer (der ebenfalls mitwirkt), sondern um einen vollständigen C64 mit Gehäuse und mechanischer Tastatur.
Der C64 Ultimate setzt nicht auf Software-Emulation, sondern auf FPGA-Technik (AMD Xilinx Artix-7), um die originale Hardware des C64 hardwareseitig nachzubilden – inklusive vollständiger Unterstützung für klassische Joysticks, Cartridges, Diskettenlaufwerke und sogar Lightguns. Laut Hersteller liegt die Kompatibilität bei über 99 % aller Originalspiele und Peripheriegeräte.
Neben der klassischen Basic Beige Edition werden zwei weitere Gehäusevarianten angeboten: Die Starlight Edition besitzt ein transparentes Gehäuse mit RGB-Beleuchtung, die sich sogar mit der Soundausgabe synchronisieren lässt. Die Founders Edition ist ebenfalls transparent, aber auf 6.400 Stück limitiert – mit Seriennummern von 1 bis 64.000. Vorbestellungen sind bereits möglich, die Auslieferung ist ab Oktober/November 2025 geplant.
Die Preise starten bei 299,59 € (exkl. Steuern) für die Basic Beige Edition. |
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Video-Empfehlung des Monats
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“I built a ZX Spectrum using all new parts”

(Bild: TME Retro / YouTube)
Der YouTuber TME Retro baut in diesem englischsprachigen Video einen vollständigen ZX Spectrum aus ausschließlich modernen Bauteilen nach – in einem kompakten Design und einer brauchbaren Tastatur. Dabei bleibt die Umsetzung nah am Original, ohne auf die Vorzüge neuer Komponenten zu verzichten.
Das Video dokumentiert nicht nur den technischen Aufbau, sondern erklärt auch Hintergründe zur Plattform und zur aktuellen DIY-Szene rund um den Spectrum. Besonders sehenswert für alle, die klassische Hardware nicht nur bewahren, sondern auch rekonstruieren möchten. |
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121. RETRO-AKTIV Treffen |
Freitag, 25.07.2025
Zeit:
ab 18 Uhr - Ende offen |
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Das nächste RETRO-AKTIV Treffen steht vor der Tür! Wir freuen uns darauf, mit euch wieder einen spannenden Abend voller Retro-Gaming zu verbringen. Ob Homecomputer oder Spielkonsole, jeder wird auf seine Kosten kommen!
Was erwartet euch?
Unser Treffen ist ein unkommerzielles und familiäres Event für Liebhaber alter Homecomputer und Spielkonsolen. Der Spaß am Umgang mit klassischer Hard- und Software steht im Vordergrund.
Bringt eure Retro-Schätze mit – es gibt genügend Tische, Stühle und Mehrfachsteckdosen!
Wann?
Freitag, 25.07.2025 ab 18:00 Uhr. Ende offen.
Wo?
Chaos inKL. e.V. Rudolf-Breitscheid-Straße 65 (Ecke Ziegelstraße) 67655 Kaiserslautern
Parken: Ab 19 Uhr könnt ihr kostenlos auf der Straße parken.
Hinweise:
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aber es ist dennoch schön zu wissen, wer kommt und was mitgebracht wird. Wenn ihr möchtet, könnt ihr euch gerne über unser Kontaktformular oder im entsprechenden Event unserer Facebook-Gruppe anmelden.
Wir freuen uns auf euch! |
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Wir hoffen, euch hat unser Newsletter gefallen! Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und euer Interesse. Wir freuen uns schon darauf, euch bald wieder hier an dieser Stelle begrüßen zu dürfen.
Wenn ihr spannende Themen habt, die unsere Community im nächsten Newsletter interessieren könnten, lasst es uns wissen!
Bleibt RETRO-AKTIV! |
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