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Herzlich willkommen zu unserem Mai-Newsletter!
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Liebe RETRO-AKTIV-Freunde,
diesmal unternehmen wir einen Ausflug an einen ganz bestimmten Ort, der wie kein anderer für die goldene Ära der Videospiele stand. Schließt die Augen und stellt ihn euch gedanklich vor: Dunkel, laut, warm. Eine Luft zum Durchschneiden, die unter anderem nach warmgelaufener Elektronik riecht. Eine dröhnende Geräuschkulisse aus Musik und Soundeffekten von Videospielen. Enge Gänge, in denen sich Dutzende Teenager mit Cola-Bechern und Pommes-Tüten aufhalten und auf Bildschirme starren. Und irgendwo zwischendrin steht der Betreiber der Location. Hämisch grinsend und händereibend beobachtet er das Treiben. Er weiß, dass heute die Kasse wieder klingeln wird. Und irgendwo schreit ein übersteuerter Ansager „ROUND ONE".
Richtig, wir sind in einer Arcade-Halle und unser Mai-Newsletter steht ganz im Zeichen von Arcade-Hardware: SNKs legendärem Neo Geo und einer spannenden Neuauflage, sowie der Frage, wie MAME und auch FPGA-Implementierungen dafür sorgen, dass diese Bestandteile der Technikgeschichte nicht einfach verschwinden.
Wir graben dabei auch eine Geschichte aus, die selbst viele Arcade-Fans nicht kennen dürften. Und während Heimkonsolen oft Kompromisse waren, galt in der Arcade-Welt lange ein anderes Motto: „Die Hardware kostet egal wie viel – Hauptsache die Leute bleiben am Automaten."
Viel Spaß beim Lesen! |
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Metal Slug (1996, Neo Geo MVS/AES)
Wer Neo Geo sagt, denkt früher oder später unweigerlich an Metal Slug. Das 1996 von Nazca Corporation entwickelte und von SNK veröffentlichte Run-and-Gun-Spiel gilt bis heute als eines der technisch beeindruckendsten Arcade-Spiele seiner Zeit.

Was Metal Slug bis heute auszeichnet, ist die Qualität seiner handgezeichneten Animationen. Figuren, Fahrzeuge, Explosionen: selbst kleine Details wie Patronenhülsen oder Rauchschwaden bewegen sich mit einer Flüssigkeit, die auf Heimkonsolen der damaligen Ära kaum zu erreichen war. Das Spiel wirkt dadurch fast cartoonartig lebendig, ohne dabei an Ernsthaftigkeit zu verlieren.
Hinzu kommt eine Soundkulisse, die ebenfalls zum Markenzeichen wurde: dumpfe Explosionen, metallisches Klirren, digitale Sprachausgabe und der unverwechselbare Soundchip des Neo Geo. Wer das Spiel kennt, erkennt es nach wenigen Sekunden – auch heute noch. |
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Neo Geo (SNK, 1990)
Als SNK 1990 das Neo Geo vorstellte, war die Grundidee denkbar simpel: Die exakt gleiche Hardware, die in Spielhallen stand, sollte auch im Wohnzimmer laufen. Kein Portieren, kein Kürzen, keine Kompromisse.

Das eigentliche Herzstück der Plattform war dabei das MVS-System (Multi Video System). Entwickelt für den Einsatz in Spielhallen, löste es ein praktisches Problem auf elegante Weise: Automatenbetreiber konnten mehrere Spiele gleichzeitig im selben Gehäuse betreiben und Module einfach tauschen, statt ganze Automaten kaufen zu müssen. 1990 war das alles andere als selbstverständlich. Technisch war das MVS bemerkenswert: große ROM-Cartridges, hohe Sprite-Leistung, gute Audiohardware und eine modulare Bauweise.
Die Konsolenversion – das AES (Advanced Entertainment System) – erschien ebenfalls 1990 in Japan, zunächst jedoch ausschließlich über ein Mietmodell. Der reguläre Verkauf an Endkunden startete in Europa und den USA erst 1991. Die Hardware war nahezu identisch mit dem MVS, der Preis allerdings ebenfalls bemerkenswert: Die Konsole kostete 699 US-Dollar - einzelne Spielmodule lagen zwischen 200 und 600 US-Dollar. Das Neo Geo war damit weniger Konsole als Luxusgut und genau das machte es zum Mythos.
Was viele heute vergessen: Viele frühe Neo-Geo-Spiele trugen noch deutlich die DNA der Arcade-Welt in sich. Zeitdruck, hohe Schwierigkeit, aggressive Continue-Mechaniken - das alles hatte einen einfachen Grund. Die Spiele sollten ursprünglich Geld verdienen. Im Wohnzimmer wirkte das mitunter gnadenlos.
Dass MVS und AES intern praktisch identische Hardware verwendeten, hatte übrigens eine interessante Langzeitwirkung: Daraus entstanden später Converter, Multi-Carts, FPGA-Reimplementierungen und Konsolen-Umbauten – eine ganze Ökosystem-Kultur. Auf dem MiSTer FPGA gilt das Neo Geo heute als eines der beeindruckendsten unterstützten Systeme, nicht nur wegen der Spielebibliothek, sondern weil die FPGA-Reproduktion erstaunlich nah am Original ist.
36 Jahre später wird das System neu aufgelegt. Dass wir 2026 über neue Neo-Geo-Hardware sprechen, hätte damals wohl kaum jemand erwartet. |
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…manche Arcade-Boards regelrecht „Selbstmord" begingen?
Eine der seltsamsten Geschichten der Arcade-Ära betrifft sogenannte "Suicide Batteries", besonders bekannt aus Capcoms CPS2-System. Viele dieser Boards enthielten Batterien, die Verschlüsselungs-Keys im flüchtigen Speicher hielten. Solange die Batterie lebte, startete das Spiel. War sie leer, verlor das Board seine Schlüssel und ließ sich nicht mehr starten. Die Hardware war damit praktisch wertlos.

(Foto: 8Bitplus)
Viele Automatenbetreiber wussten damals nichts davon. Erst Jahre später begann die Community, betroffene Boards zu analysieren, Schlüssel zu rekonstruieren und Systeme wieder zum Leben zu erwecken. Ohne diese Arbeit wären heute zahlreiche Arcade-Spiele schlicht verloren. Genau hier kommen Projekte wie MAME und FPGA-Reimplementierungen ins Spiel. |
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Nicola Salmoria – der Gründer von MAME
Der Name ist vielen unbekannt, sein Projekt aber praktisch jedem, der sich länger mit Retro-Gaming beschäftigt. Nicola Salmoria startete 1997 das Projekt MAME (Multiple Arcade Machine Emulator). Die ursprüngliche Idee war dabei nicht, kostenlos Arcade-Spiele zu spielen, sondern Arcade-Hardware zu dokumentieren und zu bewahren.

(Foto: NSalmoria/X.com)
Denn bereits in den 1990er-Jahren war klar: PCBs sterben, ROMs verschwinden, Spezialchips altern, und das Wissen darüber geht verloren. MAME wurde dadurch zu weit mehr als einem Emulator – zu einem digitalen Archiv der Arcade-Geschichte. Heute basiert ein Großteil der Arcade-Preservation direkt oder indirekt auf dieser Arbeit. Auch FPGA-Projekte wie MiSTer oder diverse Cores profitieren davon: Viele Hardware-Details wurden erst durch MAME vollständig verstanden und dokumentiert.

Salmoria selbst hält sich öffentlich weitgehend zurück. Auf X (ehemals Twitter) ist er gelegentlich aktiv. |
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Neo Geo AES+ - Keine Emulation, kein FPGA: PLAION und SNK setzen auf neu gefertigte ASIC-Chips
Dass 2026 plötzlich wieder neue Neo-Geo-Hardware erscheint, hätte wohl kaum jemand auf dem Zettel gehabt. Genau das passiert aber gerade: SNK und PLAION arbeiten gemeinsam an der Neo Geo AES+ – einer modernen Neuauflage der legendären Konsole, die am 12. November 2026 erscheinen soll.

(Bild: PLAION)
Das Besondere daran: Die AES+ setzt weder auf klassische Software-Emulation noch auf FPGA-Technik. Stattdessen kommen neu entwickelte ASIC-Chips (Application-Specific Integrated Circuits) zum Einsatz – also speziell gefertigte Chips, die die Architektur der originalen Neo-Geo-Hardware so originalgetreu wie möglich nachbilden sollen. Das Ziel ist keine Simulation, sondern eine physische Reproduktion.
Technisch ist das bemerkenswert, denn ASIC-Entwicklung ist aufwändig, teuer und wenig fehlerverzeihend. Die meisten modernen Retro-Systeme setzen auf ARM-SoCs mit Software-Emulation oder, im High-End-Bereich, auf FPGA-Lösungen. Dass für ein 35 Jahre altes System neue Spezialchips entwickelt werden, passiert äußerst selten.
Die Grundlagen dafür stammen zu einem erheblichen Teil aus der Preservation-Community: MAME hat die Hardware über Jahrzehnte dokumentiert, FPGA-Entwickler haben Timing und Chipverhalten analysiert. Bekannt ist außerdem, dass Jotego (José Tejada), ein prominenter Name in der FPGA-Szene, öffentlich mit dem Projekt in Verbindung gebracht wurde – in welcher genauen Rolle, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Originalspiele des Neo Geo erreichen heute teils absurde Preise auf dem Sammlermarkt. AES-Module im vierstelligen Bereich sind keine Seltenheit mehr. Die AES+ könnte genau hier eine Lücke schließen – zwischen echter Hardware-Erfahrung, moderner Nutzbarkeit und Preservation. |
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Video-Empfehlung des Monats
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NEO GEO – Bigger, Badder, Better

(Bild: Halt and Catch Fire / YouTube)
Wer noch tiefer in die Welt des Neo Geo eintauchen möchte, dem sei dieses YouTube-Video empfohlen. Es gibt einen guten Überblick über die Plattform und macht deutlich, warum das Neo Geo technisch in einer eigenen Liga spielte.
Zur Einordnung:
Der Motorola 68000-Prozessor des Neo Geo lief mit 12 MHz, der SNES-Prozessor mit rund 3,58 MHz. Ein direkter „Rechenpower"-Vergleich ist aufgrund der unterschiedlichen Architekturen zwar nicht ganz fair, aber der Leistungsvorsprung war real und spürbar. Bei den Farben sieht es ähnlich aus: Das Neo Geo stellte bis zu 4.096 Farben gleichzeitig dar, aus einer Palette von 65.536. Das SNES kam auf 256 gleichzeitige Farben aus einer Palette von 32.768. Und das alles ohne Abstriche gegenüber der Spielhalle. Preislich war das Neo Geo dafür ebenfalls in einer eigenen Liga. |
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130. RETRO-AKTIV Treffen |
Freitag, 29.05.2026
Zeit:
ab 18 Uhr - Ende offen |
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Das nächste RETRO-AKTIV Treffen steht vor der Tür! Wir freuen uns darauf, mit euch wieder einen spannenden Abend voller Retro-Gaming zu verbringen. Ob Homecomputer oder Spielkonsole, jeder wird auf seine Kosten kommen!
Was erwartet euch?
Unser Treffen ist ein unkommerzielles und familiäres Event für Liebhaber alter Homecomputer und Spielkonsolen. Der Spaß am Umgang mit klassischer Hard- und Software steht im Vordergrund.
Bringt eure Retro-Schätze mit – es gibt genügend Tische, Stühle und Mehrfachsteckdosen!
Wann?
Freitag, 29.05.2026 ab 18:00 Uhr. Ende offen.
Wo?
Chaos inKL. e.V. Rudolf-Breitscheid-Straße 65 (Ecke Ziegelstraße) 67655 Kaiserslautern
Parken: Ab 19 Uhr könnt ihr kostenlos auf der Straße parken.
Hinweise:
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aber es ist dennoch schön zu wissen, wer kommt und was mitgebracht wird. Wenn ihr möchtet, könnt ihr euch gerne über unser Kontaktformular oder im entsprechenden Event unserer Facebook-Gruppe anmelden.
Wir freuen uns auf euch! |
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Wir hoffen, euch hat unser Newsletter gefallen! Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und euer Interesse. Wir freuen uns schon darauf, euch bald wieder hier an dieser Stelle begrüßen zu dürfen.
Wenn ihr spannende Themen habt, die unsere Community im nächsten Newsletter interessieren könnten, lasst es uns wissen!
Bleibt RETRO-AKTIV! |
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